Workshops für die Klassenstufen 5 bis 7
Nach den Osterferien steht am AKG der Fachunterricht im Mittelpunkt, denn die Zeit bis zu den Sommerferien ist knapp bemessen. Unsere Jahrgänge 5, 6 und 7 widmen sich jedoch an jeweils drei Tagen im Schuljahr einem besonderen Schwerpunkt: dem Methodentraining.
Doch was bedeutet das eigentlich? Wird an diesen Tagen etwa nichts gelernt?
Ganz im Gegenteil: An diesen Methodentagen wird sogar sehr viel gelernt – allerdings stehen nicht die klassischen Fachinhalte im Vordergrund, sondern wichtige Lern- und Arbeitstechniken, die den Schulalltag erleichtern und langfristig zum schulischen Erfolg beitragen.
Was ist das Methodentraining genau?
Im Methodentraining lernen die Schülerinnen und Schüler grundlegende Methoden, die sie in vielen Fächern und Lernsituationen anwenden können. Die Inhalte sind zwar an fachliche Themen angebunden, jedoch steht nicht ein bestimmtes Unterrichtsfach im Vordergrund, sondern die jeweilige Methode selbst. Dadurch können die Methodentage auch fachübergreifend von unterschiedlichen Lehrkräften angeleitet werden.
Wie läuft ein Methodentag ab?
Alle Materialien stehen den unterrichtenden Lehrkräften digital zur Verfügung. Zusätzlich erhält jede Klasse eine Materialbox mit allen benötigten Unterlagen, Kopien und Arbeitsmaterialien.
Hinter dieser scheinbar einfachen Organisation steckt viel Vorbereitung: Für jeden Methodentag werden für drei Jahrgänge, also derzeit 19 Klassen, zahlreiche Materialboxen gepackt und insgesamt mehrere hundert Kopien vorbereitet.
Ein Methodentag umfasst in der Regel sechs Unterrichtsstunden und ist einem festen Themenschwerpunkt gewidmet. Der reguläre Fachunterricht entfällt an diesem Tag, damit konzentriert an einer Methode gearbeitet werden kann. Die erarbeiteten Inhalte werden in einem eigenen Schnellhefter sowie im Kompassheft gesammelt.
Das Kompassheft
Das Kompassheft erhalten alle Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs bereits in ihrer ersten Schulwoche. Nach jedem Methodentag wird dort eine Übersichtsseite eingeheftet, auf der die wichtigsten Inhalte und Methodenbausteine zusammengefasst sind.
So entsteht im Laufe der Schuljahre ein persönliches Nachschlagewerk, auf das jederzeit zurückgegriffen werden kann.
Wer sind Sam und Sel?
Zu Beginn ihrer Schulzeit am AKG erhalten alle Klassen des 5. Jahrgangs ein Kompetenzplakat. Darauf sind die vier zentralen Bereiche des Methodentrainings dargestellt:
- Lernen
- Kommunizieren
- Informieren
- Kooperieren
Das Methodentraining verbindet diese Bereiche in unterschiedlichen Schwerpunkten.
Begleitet werden die Schülerinnen und Schüler dabei von unseren virtuellen Methodentrainern Sam und Sel, deren Namen auf unseren Schulgründer Anselm von Ingelheim zurückgehen.
Welche Themen werden aktuell vermittelt?
Jahrgang 5
- Lernen für Klassenarbeiten und Vokabeln
- Mündliche Mitarbeit
- Mindmaps erstellen
Jahrgang 6
- Motivation und Zeiteinteilung
- Gruppenarbeit trainieren
- Texte markieren und strukturieren
Jahrgang 7
- Die 5-Schritt-Lesemethode
- Präsentieren lernen
- Recherchieren
Bei einigen Themen, insbesondere im 7. Jahrgang, kommen auch iPads zum Einsatz.
Wie entstand das Methodentraining?
Seit dem Schuljahr 2023/24 entwickeln Kolleginnen und Kollegen am AKG das Methodentraining kontinuierlich weiter.
Die Grundidee entstand aus der Frage, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler benötigen, um typische schulische Arbeitsprozesse erfolgreich zu bewältigen. Ziel war es, wichtige Methoden nicht dem Zufall zu überlassen, sondern systematisch und nachhaltig aufzubauen.
In die Entwicklung des Konzepts flossen pädagogische Forschungsergebnisse, Hospitationen an Schulen sowie die langjährige Erfahrung der Klassenleitungen ein.
Während der Pilotphase wurden nach jedem Methodentag Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften eingeholt, um die Materialien und Abläufe kontinuierlich zu verbessern.
Mittlerweile ist das Methodentraining ein fester Bestandteil unseres Schuljahres geworden: In den Jahrgängen 5, 6 und 7 finden jeweils drei Methodentage pro Schuljahr statt – im Oktober, Februar und April.
Welche Idee steckt dahinter?
Das Ziel des Methodentrainings ist es, allen Schülerinnen und Schülern wichtige Grundlagen für erfolgreiches Lernen mitzugeben. Dazu gehören beispielsweise Strategien zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Techniken zur Strukturierung von Lerninhalten oder Methoden zur besseren Organisation des Schulalltags.
So schaffen wir eine gemeinsame Basis, auf die sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte im Unterricht zurückgreifen können.
Und wie geht es weiter?
Auch wenn die grundlegende Entwicklungsphase abgeschlossen ist, bleibt das Methodentraining ein lebendiges Konzept: Es wird regelmäßig überprüft, angepasst und weiterentwickelt, denn Lernen lernt man nicht nebenbei – sondern Schritt für Schritt.
Und wenn Ihr Kind morgens einmal darauf besteht, dass an diesem Tag tatsächlich keine Mathe-, Deutsch- oder Englischbücher benötigt werden, dann bedeutet das nicht, dass Unterricht ausfällt. Es bedeutet vielmehr, dass an diesem Tag etwas gelernt wird, das in allen Fächern wichtig ist, nämlich wie man erfolgreich lernt.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit allen Kolleginnen und Kollegen, die an der Planung und Umsetzung des Methodentrainings beteiligt sind und waren, ganz herzlich für ihren Einsatz danken. Mein besonderer Dank gilt dem Team, das das Training in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat: Iris Hochstein, Sophie Landgraf, Lars Löcke und Kristina Jöckel. Sie haben alle dazu beigetragen, aus den Methodentagen Methoden für jeden Tag zu machen.
Christina Schmitt

