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Fachschaft Musik präsentierte beeindruckende Bandbreite ihres facettenreichen Repertoires

Thomas Tritsch

 

Vom Vororchester bis zur Big Band, vom Unterstufen- bis zum Jugendchor: Die Vielfalt an Ensembles war fast ebenso groß wie der musikalische Reichtum des diesjährigen Sommerkonzerts im Alten Kurfürstlichen Gymnasium. Doch der traditionelle Kulturtermin vor den großen Ferien war diesmal auch von personellen Veränderungen geprägt: […] Elena Beer und Carlo Stottmeier [ünernahmen] im letzten Jahr den Jugendchor, der von Manfred Hein vor über 40 Jahren gegründet wurde. Das Vororchester wird von Charlotte Schlichter geleitet. Beide hatten bereits beim Weihnachtskonzert gezeigt, dass die Generationswechsel am Taktstock erfolgreich waren und die musikalische Qualität nicht gelitten hat.

 

 

Konstanten beim Sommerkonzert waren das Klima in der zunächst voll besetzten Mensa (tropisch), eine ausgelastete Bühne und die Ouvertüre mit der Chor-AG der 5. und 6. Klassen unter der bewährten Leitung von Regionalkantor und Pianist Gregor Knop. Hier werden die Weichen für den Jugendchor von morgen gestellt, der sich am Donnerstagabend ganz auf die Musik von Billy Joel konzentriert hat. Das Publikum – über 300 Gäste waren gekommen – hörte leichte, eingängige Popsongs wie „The Longest Time“ und „And So It Goes“, flankiert vom Klassiker „Rocket man“ aus der Feder von Elton John und dessen Stammkomponist Bernie Taupin. Die Setlist bezog sich auf eine gemeinsame Konzerttournee der Sänger unter dem Titel „Face to Face“ im Jahr 1998. Als Zugabe servierte der Chor Elton Johns „Can You Feel the Love Tonight“ als softe Überleitung in die Pause.

 

Elena Beer studierte Schulmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim und an der Hochschule für Musik Würzburg. Sie arbeitete als stellvertretende Chordirektorin und Kinderchorleiterin am Staatstheater Darmstadt, bevor sie zum Schuljahr 2025/2026 nach Bensheim kam, wo sie neben dem Jugendchor auch den Basischor 7/8 übernommen hat. Beim Sommerkonzert widmete sich das Ensemble der Musik von Karl Jenkins aus dessen „Adiemus“-Projekt. „Kayama“ vereint sinfonischen Chorgesang mit harmonisch-sphärischen Klängen. Der künstlerische Schwerpunkt von Carlo Stottmeier ist Gesang und Komposition. Seit 2023 ist er Teil der AKG-Schulgemeinschaft, seit knapp einem Jahr unterstützt er Elena Beer bei der Arbeit mit dem Jugendchor.

 

Vom „Karneval der Tiere“ bis „Star Wars“

Unter der Leitung von Charlotte Schlichter hatte der Voice Club 6 mit dem Mini-Musical „Die Webpiraten“ eine besondere Darbietung einstudiert. Ein Abenteuer, bei dem neugierige Internetsurfer auf eine zauberkundige indische Hackerin treffen. „Siyahamba“ ist eine südafrikanische Hymne, die in den 1990er Jahren auch in Nordamerika und Europa populär wurde.

Der Text bedeutet in der Zulu-Sprache „Wir brechen auf, um im Licht des Königs zu gehen“. Das Stück wurde von allen Chören der 5. bis 8. Stufen mit viel Volumen und Dynamik intoniert. Von Paul Moritz stammte die Eigenkomposition „A Poet`s Lament.“

 

 

Und damit es auch außerhalb des AKG-Campus zu hören war, hatte die Event-AG, die Licht, Ton und Bühne perfekt im Griff hatte, das Konzert unter dem Motto „Kultur für alle“ wieder live in mehrere Bensheimer Einrichtungen übertragen. „Wir sorgen dafür, dass alles ankommt“, so einer der jungen Mitarbeiter während der Pause, als alles für den zweiten Teil vorbereitet wurde, der allein den Orchestern und der Big Band gehörte.

Das Vororchester von Charlotte Schlichter besteht aus Schülerinnen und Schülern der Sexta und Quinta, für einige der erste große Auftritt auf einer Bühne. Auch angesichts vieler persönlicher Live-Premieren agierten die jungen Musiker bei drei klangmalerischen Themen aus dem „Karneval der Tiere“ überaus souverän und bildeten eine direkte Brücke zum großen Orchester von Gundolf Aisenpreis.

Der vierte Satz „Carillon“ der eleganten, provenzalisch aromatisierten Orchestersuite „L’Arlésienne“ („Die Frau aus Arles“) von Georges Bizet mit seinem glockenartigen Thema und den fein ausformulierten melodischen Figuren war Hörgenuss pur. Ebenso wie das Klarinettenkonzert Nr. 2 Es-Dur von Carl Maria von Weber aus dem Jahr 1811. Holger Mehling hat das richtungsweisende Werk der romantischen Sololiteratur für Klarinette mit einer betont „sprechenden“ Klarinettenstimme sehr plastisch und virtuos dargeboten.

 

 

Und weil das Orchester immer wieder auch dramaturgische wie stilistische Brüche liebt, folgten mit John Williams episch-monumentaler „Star Wars“-Filmmusik ein cineastischer Kontrast zu der vorherigen Romanze. Unter der Leitung von Bernhard König zog die Band wieder alle Register ihrer großen Besetzung, als Sängerin war Dana Brückner mit dabei.

 

 

Mit Metallica („Enter Sandman“) wurde es noch heißer in der Mensa, und der durch Nina Simone bekannt gewordene musikalische Appell „Feeling Good“ wurde im Saal von allen brav befolgt.

Der Fachbereich Musik präsentierte sich von seiner besten Seite, der Dank ging an den Förderverein für die Unterstützung. Und an die souveränen Moderatoren des rundum gelungenen Abends: Marlene Meyer zu Schwabedissen, Philipp Heß, Victoria Auer und Nils Lampert.

Bilder: Stefan Meinberg

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