AKG-Gruppe besucht das Collège Olivier de Serre

21 Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs des AKG reisen im Rahmen des deutsch-französischen Schüleraustausches nach Cléon-d’Andran / Frankreich
Nach einer turbulenten Zugfahrt aufgrund einer unvorhersehbaren Zugverspätung kam die Gruppe am Donnerstag, den 12. März, erschöpft, aber erleichtert am Zielort an. Von einer der französischen Lehrerinnen liebevoll als „les petits nougats“ – die „kleinen Nougats“ – bezeichnet, wurden die 21 Schülerinnen und Schüler in Valence von den Gastfamilien äußerst herzlich in Empfang genommen.
Am Freitagmorgen trafen sich alle noch etwas müde zu ihrem ersten Schultag vor dem Collège Olivier de Serre, bei dem sich sowohl am Eingang als auch im Schulalltag einige frappierende Unterschiede zum deutschen Schulsystem zeigten. Allen französischen und deutschen Schülerinnen und Schülern wurde von der Schulleiterin nur einzeln Einlass in das umzäunte Schulgebäude gewährt, nachdem sie sich mit ihrem „cahier de textes“ – einer Art Hausaufgabenheft – als Schülerinnen und Schüler des „établissements“ ausgewiesen und ihre geöffneten Rucksäcke vorgezeigt hatten.
Nach dieser „Hürde“ erwarteten uns im Inneren freundlich gestaltete Räumlichkeiten sowie eine Schulgemeinde, die die deutschen Austauschschülerinnen und -schüler neugierig und herzlich begrüßte. Diese konnten an insgesamt zwei Tagen auf verschiedene Klassen und Fächer verteilt am Regelunterricht teilnehmen und waren beispielsweise erstaunt darüber, dass es in Frankreich weder in den Pausen noch im Klassenzimmer üblich ist, etwas zu essen oder zu trinken. Umso erfreuter waren alle über das leckere Mittagessen in der Mensa, das aus Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch bestand, selbstverständlich durften zum Abschluss Käse und Baguette nicht fehlen.
Am Nachmittag standen für die deutsch-französische Gruppe verschiedene Workshops aus den Bereichen Sport, Kunst und regionaler Landeskunde auf dem Programm, an denen sich alle mit Begeisterung beteiligten. Im Anschluss daran erwartete uns bei strahlendem Sonnenschein eine Welcome-Party mit den Gasteltern, die manche Gäste zu Tränen rührte: Die französische Gruppe hatte ein selbst gedichtetes Willkommenslied auf Englisch vorbereitet, das sie zu Beginn vortrug und in dem sie noch einmal unterstrich, wie herzlich die Aufnahme in Bensheim gewesen sei und wie wohl sie sich dort gefühlt habe.
Das Wochenende verbrachten die deutschen Schülerinnen und Schüler in den Familien, die sich viel Mühe gaben, ihren Gästen etwas Besonderes zu bieten: ob ein Ballettbesuch, Ausflüge ins Umland, ans Meer oder nach Lyon, Familienbesuche in Grenoble, die Möglichkeit, ein Soccer- oder Rugbyspiel anzuschauen, sowie ein spaßiger Nachmittag in einer Trampolinhalle – alle kamen auf ihre Kosten.
„Frei Haus“ lernten die Schülerinnen und Schüler zudem eine meteorologische Besonderheit kennen, die die Region prägt: den Südwind Mistral, der sich an diesem Wochenende von seiner rauen Seite zeigte, sodass einige Aktivitäten in Innenräume verlegt werden mussten.
Ab Montag wurden wir wieder mit Sonnenschein verwöhnt und freuten uns auf unseren ersten Ausflug, der nach Avignon führte, wo wir den „Palais des Papes“, den Papstpalast, sowie die Innenstadt und die „Pont d’Avignon“ besichtigten.
Nicht fehlen durfte danach eine Tour zu dem römischen Aquädukt „Pont du Gard“, der uns mit einem unvergesslichen Panorama in das Tal des Flusses Gardon belohnte.
Am Dienstag erwarteten die Gruppe weitere Highlights der Region, ein Ausflug ins Tal der „Ardèche“, wo wir zuerst die Brückenahe dem Ort Vallon-Pont-d‘Arc besichtigten, einen über dem malerischen Fluss gelegenen Steinbogen, den viele Schülerinnen und Schüler mit dem Ausspruch kommentierten: „Hier wollen wir im Sommer unbedingt einmal Kanu fahren!“
Weiter ging es zur Grotte Chauvet, die aufgrund ihrer 36.000 Jahre alten, überaus faszinierenden Höhlenmalereien seit 2014 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Grotte selbst ist aufgrund der empfindlichen Malereien nicht für Besucher zugänglich; stattdessen gibt es jedoch einen originalgetreuen Nachbau, der einen Einblick in die faszinierende Welt unserer prähistorischen Vorfahren und deren Jagdtechniken, das Speerwerfen, bietet, die anschließend in einem Workshop von der deutschen Gruppe ausprobiert werden konnten.
Doch ein weiterer besonderer Programmpunkt, auf den sich die deutsch-französische Gruppe schon freute, stand uns am nächsten Tag noch bevor. Nach einem kurzen Schultag am Mittwochvormittag folgten ein Familienpicknick in Marsanne sowie ein sportlicher Abschluss in dem nahegelegenen Hochseilgarten, in dem die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler in „schwindelnden Höhen“ einen Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsgraden durchlaufen konnten. Auch weitere Bewegungsformen wie Springen, Klettern und Balancieren waren hier vonnöten, um den Weg durch die Baumkronen zu meistern und am Lachen, das von allen Seiten durch die Wipfel tönte, war die Begeisterung beim „accrobranche“unüberhörbar.
Die abschließende Feedbackrunde machte deutlich, was sich schon im Laufe der Woche abgezeichnet hatte: Allen hatte die Woche in Frankreich, sowohl in den Gastfamilien, bei den Ausflügen und an der Schule, sehr gut gefallen und so konnte die Gruppe der „petits nougats“ ihre Französischkenntnisse verbessern, auch wenn die Verständigung zu Beginn nicht immer einfach war. Diese Hürde aber, fernab der Eltern, selbst gemeistert zu haben, erfüllte alle mit Stolz.
Somit konnten wir nach unserer Rückfahrt über Paris neben vielen Souvenirs wie kleine Nougats, Honig und Lavendel im Gepäck auch einen Schatz an Erinnerungen an diesen gelungenen Austausch mitnehmen, der nicht zuletzt deswegen in so guter Erinnerung bleiben wird, weil sich die Schülerinnen und Schüler als zuverlässige Reisepartner erwiesen haben, die bei dieser Fahrt ihre „Frankreichtauglichkeit“ voll unter Beweis stellen konnten.
Christina Schmitt und Julia Klarmann

