Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

Große Einweihung der neuen Räumlichkeiten des Gymnasiums / Ein Ort der Muße und des Zeithabens

Bensheim. Die neue Bibliothek des AKG ist ein hoher, lichtdurchfluteter Raum. Die zurückhaltende, helle Farbgestaltung bringt das Tonnengewölbe der vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammenden ehemaligen Turnhalle und die schönen Stichkappen über den Fenstern zur Geltung.

30 Arbeitsplätze auf der Empore

Mit sachlich-minimalistischen Mitteln wurde über einem Teil des Raums eine Empore mit etwa 30 Arbeitsplätzen errichtet. Hinauf führt eine breite Wendeltreppe aus Metall – prominent platziert in der Mitte des Raums, der ansonsten offen gestaltet ist und damit nicht nur ein Gefühl von Weite vermittelt, sondern auch gute Möglichkeiten für Veranstaltungen bietet.

Die Bücherregale für die Präsenzbibliothek und einen kleinen Ausleihbestand stehen schon, ebenso das Zeitschriftenregal. Ein Podest mit Kissen und Polstern als Schmökerecke folgt noch bis zu den Herbstferien. Danach soll die Bibliothek dann regelmäßig vor- und nachmittags für alle Schüler geöffnet sein.

Gefeiert wurde aber schon jetzt: Am Donnerstag wurde der neue Kulturflügel des AKG mit vielen Gästen eingeweiht. Der Flügel umfasst neben der neuen Schulbibliothek auch neue Musikräume, Räume für den Unterricht in Kleingruppen und den Kraftraum, der an alter Stelle erhalten werden konnte.

Eröffnet wurde die Veranstaltung – bei der es immer wieder auch um die Frage nach dem Stellenwert des Buchs im Umfeld der Neuen Medien ging – mit einer Slideshow. Titel: „Es ist ein Buch“. Im Dialog zweier Fantasietiere wurde klar: Mit einem Buch kann man weder bloggen noch kämpfen, nicht simsen oder twittern und auch nicht ins W-LAN. Und doch kann es eine solche Faszination ausüben, dass man es einfach nicht aus der Hand legen kann.

Schulleiterin Nicola Wölbern warf in ihrer Begrüßungsrede einen Blick zurück auf die nervenraubende Zeit des Umbaus, bei dem unter anderem etliche Male versehentlich gekappte Leitungen den Betrieb lahmlegten und die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure mit Reibereien verbunden war. Doch habe sich die Zuversicht, dass am Ende alles gut werde, gelohnt – begeistert zeigte sich die Schulleiterin etwa von der Atmosphäre der neuen Bibliothek als eines Orts der Muße und des Zeithabens und von der hochmodernen Ausstattung der neuen Klassenräume unter anderem mit Touchboards. „Nicht jeder kann von sich behaupten, auf einem Steinway gelernt zu haben“, wies sie auch auf die Bedeutung der neuen Musikräume hin.

Architektonisch reizvoll

Der Dank der Schulleiterin galt dem Kreis als Schulträger, dem Förderverein der Schule und allen Sponsoren, darüber hinaus aber auch mehreren Einzelpersonen aus der Schulgemeinde, die sich um das Gelingen des Projekts verdient gemacht hatten.

Thomas von Machui für den Förderverein lobte in seiner Rede den architektonischen Reiz der neuen Bibliothek und zitierte einen Gedanken von Rafik Schami, nach dem eine Bibliothek „geheime Fenster in andere Länder, Kulturen und Herzen“ öffnet. Mit Stolz verwies von Machui auf die Empore, die – von den Architekten zunächst vorgesehen – dem Rotstift zum Opfer fallen sollte. Damit wollte sich die Schulgemeinde nicht abfinden und bot dem Kreis als Schulträger an, die Hälfte der Kosten dafür zu übernehmen. 37 000 Euro waren dafür zu schultern. Mit Spenden, Rücklagen des Fördervereins und Benefizveranstaltungen gelang das. Als herausragende Aktionen nannte von Machui einen Spendenlauf, der im Jahr 2016 rund 20 000 Euro erbrachte, und eine Spende des Abiturjahrgangs 2012, der drei Jahre nach dem eigenen Abitur genau 2012 Euro überreichte. Mit einer Anregung schloss von Machui seine Rede: Die Schule brauche in Zukunft einen regulären Schulbibliothekar.

Landrat Christian Engelhardt erinnerte in seinem Grußwort an Cicero: „Wenn Du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird Dir an nichts fehlen“. Die neue Bibliothek sei ein schönes Geschenk zum 333. Geburtstag des AKG, und das sei auch ein Verdienst des Fördervereins. Zwar sei die Bibliothek insgesamt „kein ganz neues Konzept“ – aber an Schulen doch etwas verhältnismäßig Neues, was es etwa zu seiner eigenen Schulzeit nicht gegeben habe. Aber man müsse auch auf ganz Neues setzen.

So sei das AKG jetzt die erste Schule im Kreis, die an das Glasfasernetz angeschlossen sei. In den nächsten zwei Jahren sollten hierin die anderen Schulen des Kreises folgen. „Wir müssen die Kinder auf eine Zukunft vorbereiten, die wir selbst noch gar nicht kennen.“

 

AKG in Zukunft sechszügig

Engelhardt griff aber auch den Appell des Fördervereins auf: Man müsse tatsächlich über die Verzahnung von Stadtbibliotheken und Schulen nachdenken, sagte er, und berichtete über erste Schritte zur Stärkung der Schulbibliotheken auf Landesebene.

In Hinblick auf die seit zehn Jahren und noch bis weit in die Zukunft laufenden Baumaßnahmen am AKG kündigt Engelhard Veränderungen an. Die Bevölkerung wachse viel schneller als im Schulentwicklungsplan 2014/15 prognostiziert, der für die Bauplanung die Grundlage gewesen sei. Es werde einen neuen Schulentwicklungsplan geben – und damit auch komplette Umplanungen in den noch ausstehenden Bauabschnitten am AKG, das künftig nicht wie erwartet vierzügig, sondern sechszügig sein werde.

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 24.08.2019

 

 

 

 

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Thomas von Machui und Sophie Dobrigkeit

übergeben Frau Wölbern eine Tafel,

die den Beitrag der Förderer der Bibliothek würdigt.