Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

AKG-Schüler nahmen am Plakat-Wettbewerb der DAK gegen das Komasaufen teil

Bensheim. Auch wenn es sich noch längst nicht überall herum gesprochen hat: Komasaufen ist gefährlich und genauso uncool wie der Glimmstängel im Mundwinkel. Risiken und Folgen sind gravierend und können im schlimmsten Fall tödlich sein. Gardinenpredigten an die Adresse der Vernunft gerichtet sind aber oft für die Katz’. Der erhobene Zeigefinger wird meist weggelächelt und nicht ernst genommen.

Und dennoch sind Prävention und Unterstützung wichtig als ein „Weg des Auswegs“, wie es die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz bei der Ausstellungseröffnung „bunt statt blau“ in der Mensa des AKG formulierte.

Zum ersten Mal haben sich 2018 Schüler der 6. bis 8. Klassen des Gymnasiums mit Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten an dem bundesweiten Plakat-Wettbewerb der DAK gegen das Komasaufen beteiligt und gemeinsam mit rund 8000 jungen Künstlern ihre kreativen Ideen mit Stift, Pinsel und Farbe zu Papier gebracht.

Seit dem Start vor acht Jahren haben insgesamt mehr als 95 000 Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren an der Kampagne teilgenommen. Der Kreis Bergstraße war 2018 durch das Starkenburg-Gymnasium in Heppenheim (Sonderpreis in Hessen für jüngere Künstler an Selja Lemke), das Lessing-Gymnasium Lampertheim (2. und 5. Platz im Landesentscheid an Laura Sommer, Nils Rudolph und Andre Hofer) und das AKG erfolgreich vertreten.

Drastisch und intensiv

Als „ein schwieriges Thema“, eine Herausforderung, die viel Mut benötigt, bezeichnete der stellvertretende Schulleiter Claus-Uwe Katzenmeier die Aufgabenstellung. Gleichzeitig zeigte er sich beeindruckt, wie gut es den Jugendlichen gelungen ist, das Motto des Wettbewerbs vom „blau sein“ mit Unterstützung von Hildegund Schepp-Bremer im Kunstunterricht in eine drastische, intensive und provokante Bildsprache umzusetzen.

Emma Lissner, Louisa Rusch und Kahlid Mubeshra beispielsweise wollen mit ihren Bildern zeigen, dass es durchaus einen Weg aus der Sucht gibt, dass man etwas verändern, Fesseln abstreifen kann. Auf etlichen der teils schockierenden Werke („Der Teufel zerstört dein Leben“, „Kipp’ dein Leben nicht runter“) sind Totenköpfe zu sehen. Es gibt aber auch die Mutmacher. „Du hast es in der Hand.“

Glaubwürdige Botschafter

„Das Besondere bei „bunt statt blau“ ist, dass junge Künstler selbst zu glaubwürdigen Botschaftern gegen das Rauschtrinken werden und sich mit der Thematik eingehend auseinandersetzen“, zeigten sich Diana Stolz und Schepp-Bremer von der positiven Wirkung überzeugt: „Alkohol ist kein Problemlöser, Alkohol schafft zusätzliche Probleme.“

Robert Gahler vom DAK-Gesundheitsservice-Zentrum Bergstraße hatte wenig erbauliche Zahlen parat. 2016 wurden bundesweit 22 133 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Das sind 1,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In Hessen waren es mit 1380 Betroffenen sogar sieben Prozent mehr. Im Kreis Bergstraße wurden 2016 immerhin 34 Minderjährige mit Alkoholvergiftung ärztlich behandelt, und auch die Zahlen für 2017 geben keinen Grund zur Entwarnung, wie die Erste Kreisbeigeordnete mit Bedauern feststellte.

Deshalb seien Aufklärung und Prävention weiterhin fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge im Kreis: „Wir haben die Trendwende bisher nicht geschafft, deshalb müssen wir auch auf lokaler Ebene weiterhin nach Lösungen suchen.“

Da die Formate der eingereichten Arbeiten, für die sich das AKG aus bestimmten Gründen entschieden hat, nicht den offiziellen Ausschreibungsrichtlinien entsprach und deshalb eine Teilnahme am Landeswettbewerb nicht möglich war, entschied sich das DAK-Gesundheitsservicezentrum Bergstraße zur Vergabe von Regionalpreisen für herausragende Arbeiten. Preisträger sind Sandro Aust, Juliana Bernasconi, Franziska Dröscher, Emma Lissner und Kahlid Mubeshra.

Sonderpreis zum Thema Rauchen

Ein Sonderpreis zum Thema Rauchen wurde an die Oberstufenschülerin Hannah Merk vergeben. „Rauchen tötet langsam und von innen heraus“, lautet ihre Botschaft. Ihr Bild zeigt ein hübsches Mädchen, das genüsslich an einer Zigarette zieht. Die linke Gesichtshälfte hingegen ist verzerrt und der ausgestoßene Rauch endet in einem Totenkopf.

Der Vorsitzende des AKG-Fördervereins Thomas von Machui verteilte im Anschluss an die offizielle Preisverleihung kleine Anerkennungspreise an alle Teilnehmer des Wettbewerbs. Die Ausstellung ist bis zum 21. September in der Schulmensa zu sehen und wird im Anschluss bis zum Elternsprechtag im November in das alte Gebäude umziehen.

© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 19.09.2018