Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

AKG: Vortrag über die Weltraumforschung im 21. Jahrhundert

Bensheim. Anlässlich der Auszeichnung des AKG als gegenüber Mathematik und den Naturwissenschaften besonders aufgeschlossener Schule begrüßten Schulleiterin Nicola Wölbern und Fachbereichsleiter Richard Thürauf den Darmstädter Missionsanalytiker und Mitarbeiter der ESOC, Michael Khan, zu einem Vortrag über „Weltraumforschung im 21. Jahrhundert“.

Der Weltraum bietet mehr als nur gute Aussicht mit Vakuum. Mit diesen Worten begrüßte Michael Khan seine zahlreichen, vor allem jüngeren Zuhörer im Speichertheater des AKG. Was er damit meinte, wurde im Laufe seines Vortrages deutlich.


Geschichte der Raumfahrt

Zunächst gab Khan einen knappen Überblick über die Geschichte der Raumfahrt. Sie begann 1957 mit der ersten Sputnik-Mission, hatte einen ersten Höhepunkt, als 1969 mit Neil Armstrong und Edwin Aldrin die ersten Menschen auf dem Mond landeten, und zeigt sich heute in der Internationalen Raumstation, die in internationaler Kooperation betrieben wird.

Vor allem die vielen in den letzten Jahrzehnten in eine Erdumlaufbahn transportierten Satelliten haben das Leben der Menschen auf der Erde erleichtert und mit den von ihnen gesammelten Daten für ökologischen Fortschritt geführt.

Nach diesem Überblick ging Khan auf die aktuelle „Megatrends“ in der Raumfahrt ein. Zunächst erwähnte er die fortschrittliche Robotik. Die für die Landung auf Himmelskörpern eingesetzten Fahrzeuge werden immer schwerer und leistungsstärker, so dass sie auch bessere Ergebnisse erbringen können. Der kommerzielle Zugang zum All werde immer einfacher.

Satelliten für jedermann seien möglich, auch für Schulen, so dass Schüler in Zukunft mit einem schuleigenen Satelliten zum Beispiel die Pleaden beobachten könnten. Auch Unternehmer wie Elon Musk („Tesla“) sind schon seit 2002 mit seinem Unternehmen SpaceX in der kommerziellen Raumfahrt aktiv.

Das erklärte Ziel der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA ist allerdings der Mars. Khan zeigte sich in Bezug auf die ersten bemannten Mars-Expeditionen sehr optimistisch. Auf dem Weg dorthin sei aber der Erdmond die wichtigste Etappe. Khan bezeichnete den Mond als Sprungbrett zum All. Der Erdmond mit seinen vielen Rohstoffen könne darüber hinaus die Energieversorgung der Erde sichern.

Sauerstoff, Silicium, Aluminium, Magnesium – allein diese Elemente reichten aus, um auf dem Mond Fabrikanlagen zu bauen, ohne dass in großem Umfang Material dorthin gebracht werden müsse. Es sei alles schon da. Dort könnte dann Sonnenenergie eingefangen und über gerichtete Mikrowellen auf die Erde transportiert werden. Das werde das empfindliche Biosystem der Erde spürbar entlasten. Auf die sowieso zur Neige gehenden fossilen Energieträger sei die Menschheit dann nicht mehr angewiesen. Das Publikum dankte Michael Khan für seinen Vortrag mit großem Applaus.

© Bergsträßer Anzeiger, 3. Februar 2017