Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

AKG: Walter Renneisen übergibt Spende für die Anschaffung einer Klimaanlage. Erlös aus Jubiläumsveranstaltung zu „70 Jahre Hessen“

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Rosenberger

BENSHEIM. Manchmal ist es gar nicht so einfach, eine Spende an den Mann zu bringen. Diese Erfahrung musste Walter Renneisen machen. 8168 Euro hatte der Schauspieler gesammelt - der Erlös einer Jubiläumsveranstaltung zu "70 Jahre Hessen" im Parktheater. Im November hatte die Stadt dazu eingeladen. Renneisen gab vor vollem Haus seinen Klassiker "Deutschland, deine Hessen" zum Besten.
 
Der Adressat der Zuwendung stand schnell fest. Das Geld sollte für die Anschaffung einer Klimaanlage im Speichertheater des AKG Verwendung finden. "Im Sommer hat es unter dem Dach hier 30, 40 Grad. Genau in der Zeit, in der auch viel gespielt wird", erklärte der Bergsträßer Kulturbotschafter. Das Problem: Der Kreis Bergstraße hat eigentlich verfügt, dass in seinen Gebäuden aus Gründen des Klimaschutzes und CO2-Verbrauchs nur noch Lüftungsanlagen eingebaut werden - und keine Klimaanlagen.
 
Widerstände überwunden
 
"Da mussten einige Widerstände überwunden werden", blickte Renneisen zurück. Der Architekt, der sich mit der anstehenden Renovierung des AKG-Hauptgebäudes befasst, sei nicht begeistert gewesen. Letztlich musste Landrat Christian Engelhardt eine Ausnahmegenehmigung erlassen, damit die Pläne umgesetzt werden können.
 
Am Dienstag konnte Walter Renneisen deshalb im Speichertheater des AKG einen symbolischen Scheck überreichen. Er dankte dem Landrat sowie Bürgermeister Rolf Richter für ihren Einsatz und hob die Bedeutung der Spielstätte am Gymnasium hervor. "Es ist sehr schön hier, eine tolle Akustik." Und weil nicht so viele Zuschauer Platz fänden, könne man die Stücke öfter aufführen - was ein großer Vorteil sei. "Bei der Premiere ist man meistens zu aufgeregt, als dass es gut werden würde."
 
Renneisen sagte zu, in diesem Jahr wieder öfter auf der Bühne des Speichertheaters tätig werden zu wollen. Das hörten die anwesenden Lehrer und Schüler gerne - ebenso wie die Ankündigung von Thomas von Machui, dem Vorsitzenden des AKG-Fördervereins. Er versicherte, dass der Verein den größeren Teil der Summe aufbringen werde, die für Kauf und Installation der Klimaanlage anfallen. "Nach der Sanierung können wir dann in den Genuss der Klimatisierung kommen." Die Spende des Schauspielers bezeichnete er als "zweites Weihnachtsgeschenk, und das schon so früh im Jahr".
Schulleiterin Nicola Wölbern, seit Mitte Dezember offiziell im Amt, würdigte das Speichertheater als einen besonderen Ort und Raum, der dafür steht, was mit Engagement und Leidenschaft bewirkt werden kann. Ein Speicher sei aber auch eine Vorratskammer für materielle und immaterielle Werte. Letzteres passe gut zu einer Theaterbühne, auf der man Emotionen ausleben kann. "Für viele Schüler sind diese Auftritte Sternstunden der eigenen Schulzeit, an die sie sich lange erinnern."
 
Wölbern dankte Walter Renneisen für seine "tolle Initiative". Die "Vorratskammer" werde dadurch immer besser ausgestaltet.
 
Rolf Richter blickte auf die Entstehung der Benefizveranstaltung zurück. Weil in Hessen jede Kommune sich zum Landesjubiläum einbringen sollte, kam man auf die Idee, den in Auerbach lebenden Schauspieler zu fragen. Renneisen willigte ein, brachte den guten Zweck ins Spiel und verzichtet auf seine Gage. "Es war ein toller Abend. Die Bensheimer sind mitgegangen. Ihr Name steht für Qualität", so der Bürgermeister. In das Lob stieg Landrat Engelhardt mit ein. Zur Lebensqualität in Bensheim gehörten die Theaterlandschaft und die Kulturarbeit.
 
Mehr als 20 Millionen Euro
 
Der Behördenchef erinnerte außerdem daran, dass der Kreis zurzeit mehrere Millionen Euro in das Alte Kurfürstliche Gymnasium investiere. Bis 2019 werden voraussichtlich 20 Millionen Euro in den Neubau des naturwissenschaftlichen Trakts, in die Renovierung des Hauptgebäudes, den Umbau der alten Turnhalle in eine Bibliothek sowie den Abriss des jetzigen naturwissenschaftlichen Trakts aus den 70er Jahren fließen. Damit einher geht schließlich eine Neugestaltung des Außengeländes.
 
Aus der alten Turnhalle soll allerdings nicht nur eine Bibliothek, sondern ein moderner Lernort für die Schüler werden. Der Förderverein sammelt deshalb nach wie vor Spenden für eine Galerie mit 30 Arbeitsplätzen.
 
Nach der Sanierung des Hauptgebäudes, die 2019 beendet sein soll, wird das Vorhaben in Angriff genommen werden. Als erster Meilenstein steht aber in diesem Jahr die Einweihung des naturwissenschaftlichen Trakts an.
 
© Bergsträßer Anzeiger, Donnerstag, 02.02.2017