Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

Ergänzt und vervollständigt wird die ausführliche Dokumentation, wenn sie online auf die Schul-Homepage gestellt wird. Dann wird das Thema "Schulischer Alltag" dazu kommen. Außerdem wurden im Jahresbericht 2011 zwölf Porträts von Persönlichkeiten veröffentlicht, die das Profil des AKG mitgeprägt haben.

Lateinschule und Standorte

In kurzen, bebilderten Abschnitten demonstriert die Ausstellung Weg und Geist der Schule. Großen Wert haben die Autoren darauf gelegt, die Wendepunkte und Umbrüche im politischen Leben, beispielsweise 1933 und 1945, mit dem veränderten Bildungswesen am Bensheimer Gymnasium in Verbindung zu bringen.

1804 erfolgte, nach dem Untergang des Kurfürstentums Mainz, die Umwandlung der Lateinschule im obersten Stockwerk des Bensheimer Hospitals in ein Gymnasium. Der erste weltliche Lehrer war Joseph Helm, der 1815 als Direktor bestellt wurde.

Noch im 19. Jahrhundert zog das Gymnasium gleich mehrfach um: Vom Appiano'schen Haus in die Alte Faktorei, 1882 dann in ein eigenes Gebäude in der Darmstädter Straße. Vielen Bensheimern sei der Standort nicht geheuer gewesen, so Matthias Gröbel: Das Gymnasium stand ihrer Meinung nach viel zu nahe an Auerbacher Territorium, was zu konfessionellen Konflikten führte. 1966 zog das AKG in sein jetziges Domizil in der Wilhelmstraße.

Ausführlich beschäftigt sich Schulchronik mit dem Profil des Gymnasiums im Ersten Weltkrieg, der Weimarer Republik und der NS-Zeit. Dabei wird auch das seinerzeit zwiespältige Verhalten der Schule nicht unter den Tisch gekehrt. Nach 1933 wurde Schulleiter Dr. Krämer von dem NSDAP-Mitglied Dr. Heinrich Breidenbach abgelöst. "Es herrschte kein fanatisch-nationalsozialistisches Klima. Man versuchte, den humanistischen Stil zu retten. Aber die Schule war auch kein Rückzugsort für diejenigen, die Widerstand leisten wollen", fasste Gröbel zusammen. Rassistische Ausbildungsinhalte seien anhand von Unterrichtsprotokollen und Abiturunterlagen nachweisbar.

Während 1933 noch sechs jüdische Schüler das Gymnasium besuchten, mussten drei Jahre später die letzten von ihnen die Schule verlassen.

"Ein wenig Lockerheit fehlte", äußerte sich Matthias Gröbel bei der Eröffnung der Ausstellung kritisch über die Zeit ab 1956, als Dr. Leo Kozelka die Schulleitung innehatte. Nur fünf Mädchen besuchten damals das Gymnasium, das im Herbst 1945 wieder seinen Betrieb aufgenommen hatte.

Nach Kozelka zog mit der "Ära Bernhard Steiner" Offenheit und Liberalität ins AKG ein. Die Schülerzahlen explodierten - und immer mehr Mädchen besuchten das Gymnasium.

Heute wird das Campuskonzept den Schulalltag am AKG in den nächsten Jahren prägen. Die Namen der Schulleiter Gerhard Hörl 1979/86, Klaus Knoche bis 1996 und dem heutigen Direktor Karlheinz Wecht werden genannt.

Eine der insgesamt zwölf Schautafeln beschäftigt sich mit dem Seminar-Gebäude in der Wilhelmstraße, dem heutigen Domizil des AKG, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Bis auf die Liebfrauenschule waren hier alle Bensheimer Schulen kurzfristig untergebracht. (Bergsträßer Anzeiger v. 12.8.2011)