Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

BENSHEIM. Ein fantastischer Abend voller Emotionen - Lebensfreude pur. Schulstress, Notendruck, Lebensängste, G8-Querelen? Alles ganz weit weg. Stattdessen feierten die großen Gefühle Hochkonjunktur. Und das mitten im Schuljahr! Schüler, Eltern, Lehrer und der Direktor tanzten ausgelassen miteinander. Strahlende Gesichter, wohin man auch sah.

Von Liebe und Eifersucht

Verkehrte Welt? Von wegen! Eine wunderbare Welt mit viel Musik und Tanz erwartete die Besucher an zwei Abenden im jeweils ausverkauften Parktheater. Dorthin hatte der AKG-Jugendchor eingeladen - und dort tauchten die Sängerinnen und Sänger ganz tief ein in die schillernde Welt des Musicals.

MITWIRKENDE BEIM AKG-MUSICAL

Solisten: Hannah Eckhardt, Shefkije Krasniqi, Daniel Branding, Sarah Reichling, Tilmann Dasbach, Paula Hoffmeister, Kerstin Schäfer, Clemens Limp, Boyele Boongo, Rebecaa Ottiger, Larissa Kölsch, Johannes Opfermann, Rosalie Feucht, Sofie Steffens.

Musikalische Leitung: Sabine Wulf, Manfred Hein; Choreographie: Linde-Katrin Pritz, Uschi Hartmann.

Inszenierung/Regie/Texte: Hans Schuller, Marina Preuß; Musikalische Assistenz: Jungsook Ki.

Bühnenbild: Marina Preuß; Bühnenassistenz: Jeanette Winkler.

Orchester: Otto Lamadé, Klaus Jehlicka (Keyboards), Constanze Pfeifer, Anna Kaiser, Anna Markovski (Violine), Lisa Jeck (Querflöte), Eva Dreizler Oboe), Johannes Dreizler (Klarinette), Felix Ambach (Schlagzeug) und Roland Schiemann (Kontrabass).

Tänzerinnen: Vanessa Dyrcz, Sophie Fehres, Luisa Gebauer, Leslie Held, Clara Jakobi, Anna Kary, Julia Köhler, Anh Virginie Rauwolf, Cara Rosenberger, Cara Samstag, Silke Schönauer, Luisa Vötterl, Nina Wenzelburger und Luisa Wolf.

Unterstützt wurde der Chor - mit den künstlerischen Leitern Sabine Wulf und Manfred Hein und den grandiosen Solisten - auf seiner Reise in die Vergangenheit und von Kontinent zu Kontinent von einem zehnköpfigen Schüler-Eltern-Orchester und zwanzig jungen Tänzerinnen. Dass der AKG-Jugendchor nicht nur in der ernsten Chorliteratur, sondern ebenso in der leichten Muse bestens bewandert ist und der temperamentvollen Show mit vielen berühmten Melodien und anrührenden Geschichten Herz und Seele verleiht, erlebte das Publikum hautnah. Und es zeigte sich begeistert von der Harmonie und Eleganz, von der Frische und dem Tiefgang der Darbietungen - genauso wie vom stimmlichen Volumen des Ensembles. Ganz klar: "Recall the days - Forgotten stories", so der Titel der Musicalabende, ist ein weiterer Höhepunkt in der Vita des weit gereisten Schulchors und seiner Bühnenpartner.

Apropos Bühne. Auch die Kulissen waren Bestandteil des roten Fadens, der sich konsequent durch das zweistündige Musical-Potpourri zog und geschickt in die Handlung mit eingebunden war. Nachgebaut war ein Dachboden, auf dem die Jugendlichen in einer alten Kiste nach den passenden Utensilien für ihre musikalische Weltreise kramten. Das Orchester thronte in luftiger Höhe direkt unter dem Giebel.

Und los ging die fetzige Revue mit einem Muntermacher: dem musikalischen Ausflug in die quietschbunte, unbekümmerte Hippie-Ära, zu den Blumenmädchen und den soften Langhaartypen. "Aquarius" und "Let the sunshine in" sind nur zwei der weltberühmten Songs aus jener Zeit, deren Faszination bis heute andauert.

Von Liebe und Eifersucht, vom Kalten Krieg und dem Kampf zweier Genies am Schachbrett, erzählten die sechzig Mitwirkenden in "Chess", jenem Musical, dem die Abba-Ikonen Benny Andersson und Björn Ulvaeus musikalisches Leben eingehaucht haben. Überhaupt die Liebe: Sie ist das beherrschende Thema in den Geschichten, in den unbeschwerten, romantischen und in den wilden, düsteren. So wie bei "Jekyll and Hyde" - und auch beim "Phantom der Oper". Geschrieben hat die weltberühmte Gänsehaut-Lovestory aus den Wiener Katakomben Musical-Guru Andrew Lloyd Webber. Die Songs "Think of me" und "Angel of Music" waren nur zwei von zahlreichen Höhepunkten der facettenreichen Show.

Schauspielerische Talente

Mit dem schaurig-schönen "Tanz der Vampire" und dem Erkennungslied "Carpe Noctem", dem anrührenden "König der Löwen" im schwarzen Kontinent, einem aufmunternden "Hakuna Matata" ("Alles in bester Ordnung") und einem köstlich schrägen "Morgenreport" stellte der Jugendchor seine große Klasse - und das schauspielerische Talent seiner Mitwirkenden - unter Beweis. Die musikalische Reise endete in Frankreich mit den Schattenseiten der Revolution. Die ergreifende Story in "Les Miserables" und die positive Botschaft, dass dort, wo Menschen singen, das Leben schön und liebenswert ist, berührte die Zuhörer - die anschließend Sänger, Orchester und Tänzerinnen mit großem Jubel verabschiedeten. Nicht ohne heftig geforderte Zugabe versteht sich. (gs)

aus Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 12.02.2014