Altes Kurfürstliches Gymnasium Bensheim

Gymnasium mit altsprachlichem Zweig
Schule mit musikalischem Schwerpunkt
Partnerschule des Leistungssports

Altes Kurfürstliches Gymnasium: Digitaler Tag der offenen Tür bot viele Informationen / Video weiter abrufbar

Bensheim.Etwa 800 Besucher begaben sich am Wochenende auf einen virtuellen Rundgang durch das Alte Kurfürstliche Gymnasium in Bensheim. Obwohl die Tore geschlossen blieben, konnte man eintreten – und fühlte sich ein wenig wie in einem Computerspiel, auch wenn ein Avatar fehlte. Denn genau wie in einem Videospiel konnte man sich im Raum umschauen, Türen öffnen und sogar mit Mitgliedern der Schulgemeinde sprechen.

Möglich wurde dies dank des Einsatzes von Thilo Molitor, ein ehemaliger AKG-Schüler, der nach abgeschlossenem Studium nun an seiner alten Schule Informatik unterrichtet. Molitor hatte die Infrastruktur bereitgestellt, und unzählige Mitglieder der Schulgemeinde hatten geholfen, diese mit Leben zu füllen.

Wie gut eine 334 Jahre alte Tradition und Digitalisierung zusammenpassen, konnte man etwa im Lateinraum sehen, schreibt das AKG in einer Pressemitteilung: Hier erzählten Schüler der Lateinklasse, warum sie sich für eine „tote“ Sprache entschieden haben und bewiesen zugleich, wie lebendig diese Tradition ist: mit einem interaktiven Quiz, einer Präsentation und viel Begeisterung für die Kultur der Römer.

Überhaupt wurde an diesem Tag der offenen Tür manches lebendig, was eigentlich schon ein paar hundert Jahre alt war: So spielten etwas Figuren aus den Märchen der Brüder Grimm bei einem Krimi-Rätsel in der neuen Bibliothek mit.

Aber das AKG stehe inzwischen nicht nur für Tradition: Wie wichtig hier gerade die MINT-Fächer sind, habe man in den Räumen der Naturwissenschaften sehen können, wo Schüler Experimente zum Nachmachen vorführten. In Mathematik fand sich der Hinweis auf die vielfältigen Wettbewerbe, an denen das AKG mittlerweile teilnimmt.

Auch in den neuen Fremdsprachen gab es Angebote: So zum Beispiel eine zweisprachige Schulführung einer Sexta, die gerade ein Jahr Englisch gelernt hat und dennoch souverän in der Fremdsprache parlierte. Möglich machte das auch Benjamin Holz, Schüler der neunten Klasse, der viele der Videos drehte und manchen bereits als Kameramann vom „Winzerfest dehaam“ bekannt sein dürfte.

Dass dabei den Schülern immer noch Zeit für die Musen bleibt, war in den Kunst- und Musikräumen zu sehen: Videos vom Chor, Orchester und Big Band konnten dort abgerufen werden. Vor allem das Chor-Video – aufgenommen im November – hat eine besondere Geschichte: Da der Chor nicht vor Ort proben durfte, hatten die Leiter an alle Mitglieder des Jugendchors eine Klavierbegleitung geschickt, zu der die Schüler zu Hause ihren Part aufgenommen haben. Aus den über 40 Aufnahmen wurde dann ein Video zusammengeschnitten, dem kaum anzusehen war, dass der Chor nicht gleichzeitig singen konnte.

Für eine andere Technik hatte sich die englische Theater-AG entschieden: Weil auch hier die Aufführung ihrer Inszenierung von Shakespeares „Twelfth Night“ nicht möglich war, probte die AG über online und schnitt daraus einen kurzen Trailer und ein etwa vierzigminütiges Video, zu sehen im Englisch-Fachraum.

AKG-Schulleiterin Nicola Wölbern nannte Digitalisierung in ihrer Begrüßungsrede „ein Hilfsmittel, um in Beziehung treten, auch wenn man in Distanz bleiben muss“. Dass es auch neue Möglichkeiten eröffnet, davon kann man sich auch dann noch überzeugen, wenn man den „Tag der offenen Tür“ am Samstag verpasst hat. Das Angebot lässt sich weiterhin über die Homepage der Schule (www.akg-bensheim.de) abrufen. Auch Rätsel können noch gelöst und die Ergebnisse bei der Schule eingereicht werden. red